Vom Apfel zum Saft, wir waren mosten!

Letztes Jahr waren unsere Apfelbäume eher geizig, aber scheinbar haben sie jetzt doch festgestellt, dass wir eigentlich ganz nett sind. Deswegen wollten sie dieses Jahr auch RICHTIG großzügig sein.. Tja.. Aber was macht man bloß mit SO VIELEN ÄPFELN?!?!

Na, is doch klar: Saft 🙂

Also rief ich bei der Mosterei Finkenburg an, die ganz in der Nähe ist, und meldete uns mit einem Zentner Äpfel an.

Mosten

Heute Morgen ging es dann los, Äpfel ins Auto und ab aufs Land. Ich war verblüfft, wie viel hier los war. Massig Autos auf dem Hof, und kübelweise Äpfel.. ÜBERALL ÄPFEL!!!

Beim Warten bekam ich gleich noch ein super Apfelkuchenrezept (Bei dem man die Äpfel nicht schälen braucht ;-)) So wie den Tipp, Äpfel mal mit Zwiebeln als Beilage zu dünsten. Man versuchte auch unsere hübschen Äpfel zu benennen.. Ist der Rote vielleicht eine „Ingrid Marie“? und der mit den roten Bäckchen ein „Boskoop“? Oder eher ein „Cox Orange“? Leute, ihr glaubt nicht, wie viele Apfelsorten es gibt 🙂

Die Mosterei Finkenburg gehört nämlich zum „Verein für naturgemäßen Obstbau e. V.“, einem Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat Apfelbäume und Streuobstwiesen zu erhalten. Mit einer Mosterei? Klar! Den so weiß man, wohin mit den Äpfel, wenn es mal ein paar mehr sind und kommt nicht auf die Idee einen Baum abzuholzen, damit man den ganzen „Apfelmüll“ nicht hat. Absolut einleuchtend, oder?

Aber zurück zu unseren  Äpfeln. Da wir das erste Mal mosteten, hatten wir natürlich noch keine Flaschen. Darauf ist die Mosterei aber vorbereitet, die kann man da kaufen. Nach einem prüfenden Blick in unsere Eimer sollten wir schon mal 4 Kisten vorbereiten, damit diese dann auch beim Abfüllen auch bereit stehen. Also machten wir uns 4 Kisten fertig und stellten uns dann mit den Äpfeln und den Kisten in der Schlange an.

Dann waren wir dran, und unsere Äpfel wanderten ins Wasserbecken..

Mosten2

Und dann? Na, wer nicht fragt bleibt dumm: Also fragten wir mal und bekamen unsere ganz eigene kleine Führung.

Also, die Äpfel kommen in die Wanne und werden da gewaschen. Dann wanderten die Äpfel nach oben zu einem Häcksler:

Mosten3…um dort in viele kleine Schnipsel zerhäckselt zu werden. RIP, meine lieben Äpfelchen.. Das nächste Mal geben wir euch vorher lieber keine Namen.. Naja..

Im Raum nebenan geht es dann weiter. Der Apfelhäckselpams fällt dann in einen Riesentrichter und wird von dort aus auf einen der beiden Tische auf ein Tuch, wo das Ganze dann verteilt wird.

Mosten4Von Hand. Für mich wieder arg bääää, aber hey, wat mut, dat mut..

Das Tuch wird dann zugeklappt, oben auf kommt eine Platte, und dann wird der Tisch in die Presse gedreht:

Mosten5Von unten wird dann langsam gepresst, bis der Saft in eine Wanne unter den Apfelpampspäckchen läuft.

Mosten6Da isser. Und übrigens hier schon extralecker! (Jemand drückte mir einen Becher mit frischem, kalt gepresstem Saft in die Hand.. Leute, da wird man süchtig!!!

Aber noch ist er Saft nicht haltbar. Das passiert in der letzten Maschine:

Mosten7Joa, eher unspektakulär, aber extrem wichtig! Den hier wird der Saft auf 72°-75°erhitzt, bevor er in die Flaschen abgefüllt wird und dadurch wird er haltbar.

Erhitzt kommt der Saft dann erstmal in diese Wannen:

Mosten8.. und von dort aus in die Flaschen. (Davon hab ich leider kein Bild, aber der Herr war so konzentriert dabei, da wollte ich nicht stören..)

Wie beim Marmelade kochen werden die Flaschen schön bis oben hin voll gefüllt, dann kommt ein Schraubdeckel drauf der sich dann, wenn der Saft abkühlt, nach innen zieht. (Auf der Heimfahrt knackte es ab und an im Kofferraum, wenn sich mal wieder ein Deckel auf Grund des Unterdrucks nach innen bog)..

Eigentlich hatten wir mit 4 Kisten gerechnet, und auch der „Fachblick“ vor Ort ging von 4 Kisten aus.. Aber wie bereits erwähnt, unsere Apfelbäume meinten es echt gut mit uns:

Mosten9Drei mal kam von der Abfüllung der Ruf „Flaschen!!“, weil einfach noch Saft da war.. 40 Liter sinds nun. Heidewitzka, das reicht nun echt für ein Jahr..

Also, das war mein Bericht. Wenn ihr auch einen Apfelmbaum habt und gerne Saft aus dem eigenen Äpfeln haben wollt, dann kann ich euch die Mosterei Finkenburg nur empfehlen, die Leute sind so lieb, es hat wirklich Spaß gemacht! Ab 1 Zentner seid ihr dabei 🙂

Und auch wenn ihr keinen Apfelbaum habt, oder euer Baum nicht so großzügig ist wie unsere habe ich einen tollen Veranstaltungstipp für euch: Jedes Jahr am 03.10. ist auf dem Hof Apfeltag! Wir waren letztes Jahr schon mal dort, und ich muss sagen, dass es eine superschöne Veranstaltung ist.

Hier werden verschiedene Apfelsorten ausgestellt, man kann seine eigenen Äpfel mitbringen und bestimmen lassen und es gibt einen kleinen Markt mit Kunsthandwerk und Leckereien.

Ganz toll fand ich das Kinderprogramm. Unter anderem konnten die Kleinsten hier mal mit der Handpresse selber Saft machen. (Ja, da wäre ich gerne nochmal Kind gewesen)

Auf der Webseite werden auch noch „Promi-Obstbauer“ Eckhart Brandt und der Imker Gerhard Grätsch angekündigt. Es wird also auch für uns Erwachsene interessant.

Also, wer am 03.10. von 11:00 – 18:00 Lust und Zeit hat: Ab nach Thedinghausen-Eißel!

Hier noch der Link zur Mosterei: www.finkenburg.info/

So, habt ihr  alles brav gelesen? Hier kommt das, worauf ihr gewartet habt:

MostenKarlchen1

Jap, Karlchen ist irgendwie total fasziniert vom Saft.. Fragt mich nicht warum…

MostenKarlchen

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4 Gedanken zu “Vom Apfel zum Saft, wir waren mosten!

  1. Du Liebe!
    Wow das hört sich nach einem schönen, spannenden und sehr produktiven Tag an. Nun habt ihr Euch die Sonne des Sommers in Flaschen konserviert.. Die Zeit wird kommen, wo es gut tut diese Sonne zu tanken. Bestimmt gibt es auch einen besonders feinen Glühmost ( kennt ihr das in Deutschland auch? Statt Glühwein, machen wir Glühmost als Alkoholfreies Getränk, mit Apfelsaft statt Wein…) aus dem Apfelsaft der eigenen Ernte..
    Wenn Dein Mann mag, kann er gerne eine Tomatensamen Bestellung aufgeben, damit ich noch Samen ernten kann… Du kannst mir sonst gerne eine Mail schreiben..
    Könnte ich Dir eine Freude machen mit ein paar Anhänger mit dem Apfeldruck vom vorletzten Tauschfreitag? Sonst würde ich Dir gerne einige schenken?
    Alles, alles Liebe – Kreativhäxli

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    • Die Sonne des Sommers in Flaschen konserviert, das finde ich ine wunderschöne Umschreibung!!

      Glühmost sagt mir jetzt nix.. Kommt da dann einfach Glühweingewürz in den Apfelsaft? Kann mir das Mit Zimt und anis ganz gut vorstellen…

      Auf jeden Fall nehmen wir wieder Tomaten!! Die diesjährigen haben uns so viel Freude gemacht!
      Zum Tauschfreitag komme ich zur Zei einfach nicht.. Irgendwie sind wir immer irgendwie auf Achse..
      Ich schreib dir in einer ruhigen Minute mal ne Mail 🙂
      Dir auch alles Liebe ❤

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  2. WOW! So viel leckerer Saft! Auch das ganze Drumherum bei der Mosterei klingt total gut und interessant. Vielleicht fahre ich da auch mal hin… Wir lassen unsere Äpfel wieder von einer mobilen Mosterei pressen – davon habe ich letztes Jahr schon aufm Blog berichtet.
    lG

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